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[Rezension] The Raven Boys von Maggie Stiefvater

Warum nur habe ich dieses Buch nicht früher gelesen? Ich glaube, ich habe eine neue Lieblingsreihe gefunden und das obwohl ich erst den ersten Band gelesen habe, so sehr hat es mir gefallen. Die Raven Cycle Reihe von Maggie Stiefvater ist eine ziemlich bekannte Tetralogie und wie immer habe ich sie nicht direkt gelesen, als die Bücher erschienen sind. Jetzt wo ich damit angefangen habe, bin ich allerdings gefesselt. Lest weiter wenn ihr erfahren wollt warum es mir so gut gefallen hat.

Cover

| Englischsprachiges Original | Veröffentlicht: 2012 von Scholastic Inc. | Gebundene Ausgabe | Preis: 17,99 € | 416 Seiten | ISBN: 978-0-54-542492-9 |

Die Geschichte

Während ich überlege, wie ich die Geschichte am besten zusammenfassen könnte, merke ich, dass mir das ziemlich schwer fällt. Die Story ist sehr komplex und hat mich zu Beginn einige Male etwas verwirrt, was aber, wenn ich jetzt darüber nachdenke, zum Charme der Geschichte beiträgt, mehr dazu aber später. Meine Zusammenfassung ist relativ lang, aber die Komplexität der Geschichte lässt irgendwie nichts anderes zu.

Blue Sargent lebt in einem Haus voller Medien (die, die übernatürliche Kräfte besitzen), doch selbst ist sie keines. Alle Frauen in ihrer Familie, einschließlich ihrer Mutter, haben besondere Gaben, aber Blue hat davon nichts geerbt. Stattdessen wirkt ihre Anwesenheit wie eine Art Verstärker auf die Wahrnehmungskräfte der anderen Frauen. Ihr ganzes Leben lang wurde ihr prophezeit, sie würde ihre wahre Liebe mit einem Kuss umbringen. Doch Blue hat nicht vor so bald irgendjemanden küssen zu wollen, also sollte das erstmal kein Problem sein, oder? Als sie, wie jedes Jahr am gleichen Tag, bei einer verlassenen Kirche Wache hält um den anderen Frauen zu helfen die Geister derjenigen zu sehen, die innerhalb des nächsten Jahres sterben werden, ist sie geschockt als sie selbst einen der Geister sieht. Sein Name ist Gansey und er ist einer der Raven Boys, ein Schüler der dortigen Privatschule für Reiche. Der einzige Grund warum ein Nicht-Medium wie Blue in der Lage sein könnte einen Geist zu sehen ist, dass sie entweder Schuld an seinem Tod sein wird oder er ihre wahre Liebe ist (oder eben beides). Da Blue die Schüler der Aglionby Academy nicht gerade gern hat und geschworen hat, sich von ihnen fern zu halten, kann sie sich unmöglich in einen von ihnen verlieben. Als sie aber unausweichlich in die Welt der Raven Boys gezogen wird und damit mitten in die Suche auf der Gansey und seine Freunde sich befinden, findet sie schnell heraus, dass sie vielleicht bald ihre Meinung ändern wird.

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Äußerlichkeiten

Mir gefallen sowohl das Cover der Taschenbuch- sowie das der gebundenen Ausgabe. Obwohl mir generell gebundene Bücher lieber sind, finde ich besonders toll, dass auf dem Taschenbuch alle Raven Boys abgebildet sind und sie alle fast genauso aussehen, wie ich sie mir während dem Lesen vorgestellt habe. Richtig gut gewählt finde ich auch die Namen der Charaktere, da viele von ihnen so außergewöhnlich sind.

Schreibstil & Plot

Ich habe schon ewig nicht mehr, oder vielleicht auch noch nie, eine derartig besondere Geschichte gelesen. Vor ein paar Jahren habe ich Maggie Stiefvaters Mercy Falls-Reihe gelesen und mich da in ihren Schreibstil verliebt, aber dieses Buch ist nochmal auf einem ganz anderen Level. Manchmal ist es etwas schwere Kost, aber als ich mal in der Geschichte drin war, wollte ich immer weiter lesen.

Die Welt, die die Autorin hier kreiert hat, ist einfach phänomenal. Es ist unsere Welt, aber mit ganz vielen magischen, mystischen Elementen. Sie hat viele verschiedene Arten an Folklore und Mythologie kombiniert, sodass man nie weiß, was als nächstes passieren wird, weil einfach alles passieren könnte. Dieses Buch ist wirklich alles außer vorhersehbar. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was als nächstes passieren würde, weil der Plot so undurchsichtig war, aber auf eine gute und spannende Art und Weise. Es reflektiert die Natur und Komplexität der Charaktere perfekt. Alles und jeder in diesem Buch ein klein bisschen komisch und verrückt, aber das hat es irgendwie liebenswürdig gemacht und es hat trotzdem alles gepasst.


Wen der Rabe ruft

Auf Deutsch ist das Buch 2013 unter dem Titel Wen der Rabe ruft bei script5 erschienen.


Wie ich bereits gesagt habe war ich am Anfang ein wenig verwirrt und wusste nicht genau wie die Handlungsstränge von Blue und den Raven Boys letztendlich zusammenfließen würden, aber ich glaube das soll so sein. Der Plot dreht sich hauptsächlich um die mystische Suche auf der Gansey ist und manchmal wissen sogar er und seine Freunde nicht über alles Bescheid. Es macht Sinn den Leser am Anfang ein bisschen im Dunkeln tappen zu lassen, anstatt einem alles auf dem Silbertablett zu präsentieren. Immerhin lesen wir doch genau deshalb Bücher, oder? Um Schritt für Schritt zu erfahren was passiert und nicht von Anfang an schon über alles Bescheid zu wissen, sonst könnte man ja einfach das Ende lesen. Ich muss allerdings sagen, dass das Ende für jemanden der den Rest nicht gelesen hat hier wahrscheinlich auch nicht viel Sinn machen würde 😀

Trotzdem war mir die Ungewissheit manchmal zu viel. Ich habe, gerade am Anfang, ein paar mal kurzzeitig das Interesse verloren, weil einfach zu viel unklar war, sodass ich mich nicht richtig in die Geschichte einlesen konnte, aber das ich auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

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Nackig ist das Buch ganz weiß mit silberner Schrift und hat die drei überkreuzenden Linien auf die Vorderseite gestempelt

Charaktere

Niemals könnte ich die Komplexität dieser Charaktere richtig beschreiben oder ausdrücken, wie sehr ich jeden einzelnen von ihnen liebe. Das klingt jetzt total kitschig, aber wer das Buch genauso liebt wie ich, wird verstehen was ich meine. Ich glaube, das ist mir noch nie passiert, denn normalerweise ist da immer diese eine Person, mit der ich einfach nicht zurecht komme.

Blue ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Sie ist irgendwie sonderbar und eigenartig, aber dabei sehr selbstbewusst. Um herausfinden was es mit den Raven Boys auf sich hat und weil sie sich irgendwie für sein Schicksal verantwortlich und auch ein wenig schuldig fühlt zu wissen, dass Gansey bald sterben wird, tritt sie in seine Welt ein.

Gansey ist überhaupt nicht das, was ich von einem reichen Privatschüler erwartet hätte. Er ist sehr ehrgeizig und würde so ziemlich alles tun um endlich das Ende seiner Suche zu erreichen (worüber ich an dieser Stelle nicht mehr sagen möchte, das müsst ihr dann schon selbst herausfinden!), doch trotzdem sind ihm seine Freunde unglaublich wichtig und er will sich um sie kümmern. Manchmal geht das ein bisschen zu weit und Gansey wirkt ein wenig eingebildet und so, als wäre er der einzige, der weiß was richtig ist, auch wenn er es nur gut mit allen meint. Er wirkt sehr viel älter als er tatsächlich ist, weil er sozusagen der Anker ist der seine Freunde auf dem Boden hält und sie zusammen schweißt.

Muss ich überhaupt etwas zu den anderen Jungs sagen? Adam, Ronan und Noah sind alle so komplizierte Charaktere, dass man einfach immer mehr über sie erfahren möchte und ich hatte mich spätestens zum Ende des Buches in sie alle verliebt. Allen dreien sind in der Vergangenheit sehr schlimme Dinge passiert womit sie jetzt immernoch kämpfen müssen, aber gerade das macht sie so liebenswert.

Alle Nebenfiguren, wie zum Beispiel Blues Mutter und die ganzen anderen Frauen, die in ihrem Haus wohnen, waren sehr gut überlegt und geschrieben. Sie haben dem Plot Tiefe gegeben und mich sogar ein paar Mal laut auflachen lassen.

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Da ich mich so darauf freue weiterzulesen, habe ich natürlich auch schon den zweiten Teil 

Lieblingszitat

She wasn’t interested in telling other people’s futures. She was interested in going out and finding her own. (Seite 9)

Mir gefällt dieses Zitat so gut, weil es ganau das ist, was Blue im Kopf herum geht. Ihr ganzes Leben lang hat sie mit Prophezeihungen über ihre Zukunft gelebt und hat jetzt die Nase voll davon. Wie will raus in die Welt gehen und ihre eigene Zukunft bestimmen anstatt sich auf das zu verlassen, was andere ihr sagen.

Fazit

Ich war schon lange nicht mehr so hibbelig vor Freude über ein Buch und die Liebesgeschichte(n) darin, obwohl es in diesem ersten Teil noch garnicht viel davon zu sehen gab. Ich habe gehört, dass es in den nächsten Büchern erst richtig damit losgeht und freue mich schon total darauf weiterzulesen. Ich bin echt gespannt, ob am Ende der Reihe alle Geheimnisse aufgedeckt werden, oder ob immernoch nicht alles ganz so klar sein wird. Insgesamt war es richtig tolles Lesefutter und ich habe nur einen halben Hubble abgezogen wegen der minimalen Startschwierigkeiten.

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4,5 von 5 Hubbles

larissa

*Eine kleine Anmerkung zum Schluss: da ich das englische Original gelesen habe, kann es durchaus vorkommen, dass ich bestimmte Dinge/Titel/Personen usw., die in der deutschen Ausgabe einen anderen Namen bekommen haben, falsch benenne. Dafür entschuldige ich mich schon mal im Voraus, da es leider nicht zu vermeiden sein wird. Wenn ihr also die deutsche Ausgabe gelesen habt, seid mir nicht böse wenn es mal zu kleinen Unstimmigkeiten kommt 😉


Rezensionen von anderen Bloggern, die ihr euch anschauen solltet:

Favola von Favolas Lesestoff

Katie von Katie’s Book Blog hat eine Rezension auf Englisch

Melissa von The Book Nut hat ebenfalls auf Englisch geschrieben

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1 thought on “[Rezension] The Raven Boys von Maggie Stiefvater”

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