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[Rezension] Everything, Everything von Nicola Yoon

Hier kommt nun endlich auch die deutsche Version meiner Rezension von Everything, Everything. Dieses Buch hat schon so lange auf meinem SUB gelegen seit der ganze Hype darum auf Booktube losging und nun bin ich endlich dazugekommen – und ich bin so froh es gelesen zu haben. Das erste Mal habe ich von der Autorin Nicola Yoon im Zusammenhang mit ihrem zweiten Roman The Sun is Also a Star gehört, der sogar noch mehr gepriesen wird als ihr erster. Gelesen hab ich The Sun is Also a Star noch nicht, habe es aber bald vor, denn ich will unbedingt sehen, ob dieses zweite Buch sogar noch besser ist als das erste und das sagt schon viel, denn normalerweise lese ich nicht so viel Contemporary. Lest weiter um herauszufinden warum es mir so gut gefallen hat.

Everything cover

| Englischsprachiges Original | Veröffentlicht: 2015 von Corgi Books, Penguin Random House | Taschenbuch Ausgabe | Preis: 7,99 € | 306 Seiten | ISBN: 978-0-552-57423-5 |

Geschichte

Die 18-jährige Madeline lebt eingeschlossen in einem Haus mit Luftschleusen, Dekontaminatoren (ist das ein akzeptables deutsches Wort?), Fenstern, die man nicht öffnen kann, und ganz ohne Besuch von draußen. Sie hat ihr Haus nicht mehr verlassen seit sie ein Baby war und täte sie es jetzt, würde sie mit ziemlicher Sicherheit sterben. Kurz gesagt leidet sie an der schweren Immunkrankheit SCID, die sie praktisch auf alles in der Außenwelt allergisch macht. Ihre einzigen Freunde sind ihre Mutter und ihre Krankenschwester Carla mit denen sie jeden einzelnen Tag verbringt. Ihr einziger Zeitvertreib sind ihre Bücher und die Film- und Spielabende, die sie immer mit ihrer Mutter veranstaltet. Alles ändert sich als nebenan eine neue Familie einzieht und mit ihr ein Junge, der von Maddy so fasziniert ist, dass er sie einfach nicht in Ruhe lassen kann. Dabei regt er in ihr zum ersten Mal seit langer Zeit den dringenden Wunsch ihr Haus verlassen und die ganze Welt erleben zu können.

Äußerlichkeiten

Das Cover ist wunderschön. Der Schriftzug ist sehr simpel gehalten aber mit sehr vielen bunten Illustrationen verziert, die in den verschiedensten Farben alles Mögliche darstellen: Blumen, Bücher, Gebäude, Flugzeuge, Musik – ihr versteht schon, eben everything, everything. Das passt sehr gut zu den Illustrationen im Buch (alle von Nicola Yoons Ehemann David), die einen großen Teil zum Lesevergnügen beigetragen haben. Das ganze ist also sehr grafisch und hat mich vom Design her manchmal ganz leicht an eine sehr abgeschwächte Version von Illuminae von Amie Kaufman und Jay Kristoff erinnert.

Es ist wahrscheinlich eines der am schnellsten zu lesenden Bücher auf meinem Regal. Mit ca. 300 Seiten, viele von welchen mit Zeichnungen gefüllt oder wegen den kurzen Kapiteln eher leer gelassen wurden, ist es durchaus möglich das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Manchmal lese ich gerne eine sehr kurze Geschichte, wenn ich zum Beispiel gerade einen dicken Wälzer beendet habe um ein bisschen Abwechslung reinzubringen. Dafür ist Everything, Everything perfekt.

Schreibstil & Plot

Das ganze Buch ist sehr einfach geschrieben: viele kurze Sätze, aber mit sehr vielen schönen Metaphern zwischendrin, die es irgendwie besonders gemacht haben. Sehr gut hat mit gefallen, dass jedes Kapitel einen Namen hat und sie nicht einfach durchnummeriert sind. Die Autorin hat es geschafft die Geschichte emotional zu machen ohne dabei kitschig zu wirken und das ist eine Kunst. Sie hat es geschafft, dass die Charaktere mir sehr ans Herz gewachsen sind und ich mich toll in sie habe einfühlen können. Ich kann zwar nicht aus Erfahrung sprechen, doch trotzdem kam mir Maddys Stimme in Bezug darauf, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht, sehr realistisch vor.

Manchmal kamen mir einzelne Kapitel wie sehr kleine Einblicke in ihr Leben vor, bei denen etwas Kleber gefehlt hat um sie in eine komplett zusammenhängende Geschichte zu basteln, aber das hat mich wirklich nur sehr selten ein kleines bisschen gestört. Der einzige Punkt, der mir nicht ganz so gut gefallen hat, war der Schluss, aber auch nur, weil er für meinen Geschmack etwas kurz geraten ist. Es war einfach ein wenig abrupt und ich hätte gerne noch mehr Details gesehen.


Du neben mir

Auf Deutsch ist das Buch 2015 unter dem Titel Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt beim Dressler Verlag erschienen. Außerdem kommt im Mai der Film ins Kino auf den ich mich schon besonders freue! Den Trailer dazu könnt ihr hier sehen.


Charaktere

Beide Protagonisten, Madeline und Olly, haben mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wird aus Maddys Sicht erzählt, worüber ich mir anfangs ein wenig Sorgen gemacht habe. Da sie so krank ist und komplett abgeschnitten von der Welt lebt, habe ich eine eher depressive Erzählerin erwartet, doch ich wurde positiv vom Gegenteil überrascht. Maddy hat ihr Leben so wie es ist akzeptiert und ist so glücklich wie sie eingesperrt eben sein kann. Sie ist weder depressiv noch beschwert sie sich dauernd über ihre Situation und hat durch das ganze hinweg sogar ihren Humor behalten können. Es war sehr angenehm in ihrem Kopf zu sein – eine sehr erfrischende Abwechslung zu so manch anderem YA Buch, das mir in der letzten Zeit zwischen die Finger geraten ist.

Ich habe mich sofort in Olly verliebt. Er gibt Maddy nie das Gefühl ein Freak zu sein und packt sie gleichzeitig auch nicht mit Samthandschuhen an. Es ist klar, dass sie ihm viel bedeutet in allem was er tut und trotzdem ist er keiner dieser typischen klischeehaften, ich-geh-mal-kurz-brechen Typen, die in schwierigen Situationen immer so schmalzig sein müssen.

Lieblingszitat

I was happy before I met him. But I’m alive now, and those are not the same thing. (Seite 181)

Dieses Zitat beschreibt ganz toll die Beziehung zwischen den beiden. Sie braucht ihn nicht um glücklich zu sein, aber durch ihn fühlt sie sich einfach lebendiger. Genau so soll es doch sein.

Fazit

Everything, Everything ist schnelles, aber Eindruck hinterlassendes Lesematerial und ein ziemlich außergewöhnlicher Debüt-Roman. Zwar ging es mir manchmal ein klein wenig zu schnell, doch insgesamt hat es mir trotzdem total gut gefallen. Ich will in Zukunft unbedingt mehr von Nicola Yoon lesen und freue mich schon auf ihr zweites Buch!

Habt ihr es schon gelesen oder liegt es gerade auf eurem SUB? Wie fandet ihr es? Interessiert es euch vielleicht gar nicht?

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5 von 5 Hubbles

*Eine kleine Anmerkung zum Schluss: da ich das englische Original gelesen habe, kann es durchaus vorkommen, dass ich bestimmte Dinge/Titel/Personen usw., die in der deutschen Ausgabe einen anderen Namen bekommen haben, falsch benenne. Dafür entschuldige ich mich schon mal im Voraus, da es leider nicht zu vermeiden sein wird. Wenn ihr also die deutsche Ausgabe gelesen habt, seid mir nicht böse wenn es mal zu kleinen Unstimmigkeiten kommt 😉larissa


Rezensionen von anderen Bloggern, die ihr euch unbedingt anschauen solltet:

Charline von Sternenbrise

Buchstabenträumerin Anna

Denise von Bunte Bücherwelten

fraunatbooks

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11 thoughts on “[Rezension] Everything, Everything von Nicola Yoon”

  1. Hallo Larissa,
    das ist eine sehr schöne Rezension! Und vielen Dank für die Verlinkung! Darf ich denn deine auch unter meinem Beitrag verlinken? Leider habe ich meine Rezension zu “Du neben mir – und zwischen uns die ganze Welt” am Anfang meiner Bloggerzeit geschrieben und die Rezension ist deshalb noch ein wenig kurz geraten. 🙂 Deine ist dafür ja sehr schön ausführlich und überzeugend!
    Liebe Grüße,
    Denise

    Liked by 1 person

    1. Hallo Denise,
      vielen, vielen Dank für die lieben Worte 🙂 Schön, dass dir meine Rezension gefällt. Klar darfst du sie unter deinem Beitrag verlinken, da freue ich mich total drüber!
      Viele liebe Grüße,
      Larissa

      Liked by 1 person

  2. Huhu, das Buch liegt auch schon seit einer ganzen Weile auf meinem SuB. Ich hatte es nicht mal bewusst gekauft, sondern habe es gewonnen/geschenkt bekommen. Ich wusste erhlich gesagt bis eben nicht, um was es genau geht, nur durch die Filmvorschau hatte ich schon eine Ahnung. Aber das klingt ja wundervoll und genau machbar für eher stressig Zeiten, wie ich sie im Moment habe und nicht so viel zum Lesen komme. Ach, gleich mal aus dem Regalkramen geh und dann direkt nach Herr der Ringe – perfekt, nach dem Wälzer, wie du schon geschrieben hast, tut da ein kurzweiliges Buch immer ganz gut.

    glg Franzi

    Liked by 1 person

    1. Hallo Franzi,
      vielen Dank fürs Vorbeischauen!
      Ich finde ja, dass der Filmtrailer viel zu viel verrät. Da wird irgendwie die ganze Geschichte schon erzählt. Ein bisschen blöd für alle, die das Buch noch nicht kennen oder wie fandest du ihn?
      Viel Spaß noch mit Herr der Ringe! Da bin ich auch gerade dabei 🙂
      Viele liebe Grüße,
      Larissa

      Like

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